Der blinde Tarwaa
Mongolische Mythen von Inga Walther und Andrea Zanaboni
Inszenierung: Adelheid Engst
Produktion: Theater Tamen The
Musik: Purewsuren Bjambaa
Szenische Lesung mit Andrea Zanaboni und Purewsuren Bjambaa
Die Erzählerin der Märchen erscheint als völlig unbeteiligte
Europäerin auf der Szene, entdeckt das Buch der Mythen und lässt
sich nach und nach von den "Räumen" der geschilderten Geschichten
einnehmen.
Sie wird somit selbst zu Tarwaa, der den Mongolen die Märchen brachte.
Die Geschichten werden gelesen, erzählt und szenisch umgesetzt. In rasch
folgenden Wechseln versetzt sich die Erzählerin in die jeweils auftretenden
Personen. Sie stellt Verbindung her zwischen westlichen Hör- und Sehgewohnheiten
und der Mystik fernöstlicher Kultur und Lebensphilosophie.
Pictures
Feedback
"Das liegt aber auch an Andrea Zanaboni, die vorliest. Weil sie es so zart,
spannend und warmherzig tut, daß die Zuhörer gar nichts daran kühl
lassen kann. ... Sonst besticht sie eher durch die Untertreibung, mit der
sie Arges wie Frohes berichtet."
(Frankfurter Rundschau)
"Die Darstellungskunst und Ausdrucksstärke der beiden Künstlerinnen
verwandelten das Kulturzentrum schnell in eine mongolische Siedlung..."
(Rhein Main Presse)
Inside
Für dieses Stück wurde mir in der Mongolei von Pujés Mutter ein
eigenes Deel überreicht:
Ein wunderschönes Festtagskleid in blau, rot und gold.
Leider kam ich auf der Bühne nicht so recht dazu, es zu tragen: Ich bin
und bleibe Europäerin und so es hatte etwas Unglaubwürdiges, beinahe
Anmaßendes, wenn ich es anzog. Schließlich einigten wir uns darauf,
mir das Deel nur umzuhängen, es an mich zu schmiegen, so wie ich mich
an die Märchen schmiegte.
Die Märchen der Mongolen sind kraftvoll, weise und äußerst
witzig! Und die Musik und der Gesang von Pujé verzaubern die Atmosphäre
so, dass man sich nicht entziehen kann. Und obwohl in diesem Stück keinerlei
Action vorkommt, sitzen auch Kinder gespannt dabei. Das hat mich immer
besonders gefreut, denn es wird ja immer wieder allgemein behauptet, dass
Produktionen (ob Theater oder Film) ohne Action bei Kindern nicht funktionieren...
Die jeweiligen Geschichten zu finden war nicht leicht, denn eigentlich werden
sie nur mündlich überliefert. Das bisschen existierende Literatur
ist - wie ich finde - fast lieblos runtergeschreiben. So saßen wir,
Inga Walther und ich, über den Texten und suchten nach Worten, die der
Mentatlität der Mongolen, der Atmosphäre und Energie der Mythen
gerecht werden konnten.
Das uns dies tatsächlich gelang, konnten wir bei einem Gastspiel in Bonn
überprüfen: Wir spielten in der dort ansässigen Mongolischen
Botschaft für ein überwiegend mongolisches Publikum. Und "Hurra!",
sie liebten es! Großes Lob erhielt ich sogar für meine mongolische
Gesangseinlage... aber das ist eine andere Geschichte :-)
einen Auszug daraus ist den Szenenfotos beigefügt.
