Non(n)sense
Inszenierung: Philippe Huguet
Produktionen: Internationales Theater, Frankfurt und Capitol, Mannheim
Fünf Nonnen machen eine Show!? Weil 52 Schwestern durch ein kulinarisches
Missgeschick ein vorzeitiges Ende fanden, aber nicht genügend Geld für
deren Beerdigung in der Klosterkasse ist, beschließt die Mutter Oberin
mit den überlebenden eine Benefizgala aufzuführen. Zu allem überfluss
bleibt aber auch noch die gesamte Bühnendekoration unterwegs auf der
Strecke und so wird improvisiert, was das Zeug hält.
Mit viel Naivität, Charme und Temperament stellen die fünf Nonnen
eine Show auf die Bühne, die die Welt noch nicht gesehen hat!
Schwester Robert-Anne wurde nicht aus Berufung Nonne. Aufgewachsen in einem sozialen Brennpunkt hatte sie als Jugendliche die Wahl zwischen Knast und Kloster. Als "enfant terrible" des Klosters sind ihre unkonventionellen Methoden und ihre vorlaute Art bei der Mutter Oberin nicht sehr gern gesehen. In der von den Nonnen aus Not geborenen Show ist Robert-Anne nur als Zweitbesetzung vorgesehen, was sie aber nicht daran hindert, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf der Bühne zu erscheinen und alles durcheinander zu bringen. So erfindet sie eigene Szenen voller Zaubertricks, Trommel- und Tanzeinlagen sowie Songs im Belting-, Blues- und Balladengenre.
Pictures
Feedback
"...schmissig in Szene gesetzt. Ausnahmsweise ist zitierfähig,
was als Werbetext auf dem Ankündigungszettel steht: <Freche Songs,
flotte Steps, ein Riesen-Spaß>."
(Frankfurter Rundschau)
Inside
Was wir alles bei Non(n)sense erlebt haben, ist so unglaublich, wie die Geschichte der Nonnen selbst...
In Frankfurt:
Die gesamte Kulisse brach
eines Abends über unseren Köpfen zusammen
Mutter Oberin rammte sich
einen riesigen Holzsplitter vom Balken beim Schaukeln ins Bein (sie spielte
selbstverständlich weiter!)
Ich schlug mir zu Beginn
der Show beim überklettern der Galerie den Unterarm 12 cm weit auf, wurde
im Nonnenkostüm mit dem Krankenwagen in die Ambulanz verfrachtet und
genäht (und spielte selbstverständlich danach noch die gesamte Show!)
Ich hatte wg. eines Versprechers
der Mutter Oberin einen solchen Lachflash, dass ich nicht singen konnte, hatte
aber den ersten Ton, der mir etliche Male vom Pianisten erfolglos vorgegeben
wurde, woraufhin das gesamte Ensemble erst gegen Mitte Songs wieder singfähig
war.
Mein Zauberutensil, eine
Hand-Guillotine, brach in der Szene komplett auseinander, woraufhin das Publikumsopfer
nicht mehr so recht mitspielen wollte ...
Und vor allem verbindet mich
seitdem eine liebe Freundschaft mit meiner Kollegin Susanne Schyns! Es wird
immer gesagt, zwei Diven auf der Bühne, das geht nicht gut! Ging auch
erst Mal nicht *lach* Aber wir
haben schließlich bewiesen, dass es doch geht: Mit gegenseitiger Wertschätzung.
In Mannheim:
Gab es viele Insider-Running-Gags.
Ich erinnere mich ua. daran, dass wir der Band beibrachten, den Deckel der
Toilette nach Benutzung zu schließen, indem sie dabei laut "FENG
SHUI" riefen (damit die gute Energie nicht die Spülung runter geht!).
Feng Shui riefen wir dann bei allen möglichen Gelegenheiten - das war
ziemlich absurd. :-)
Und die Technik war jeden
Abend auf´s Neue gespannt, welche Absurdität mir wieder mit meinem Zauberstock
passieren würde - und vor allem, was ich dann wieder daraus machen würde.
Das war so ein zusammengerolltes Plastikteil, was ich in der Kuttentasche
aufbewahrte und das auf´s Stichwort als Cabaret-Stock, dann in meiner Hand
aufgehen/erscheinen sollte. Ich werde nie vergessen, wie er mir quer durch
den Zuschauerraum flog ... weit ...
Das Besondere an Robert-Anne war die Freiheit zur Improvisation, die die Rolle
bot. Ich liebte es! Und es war eine schöne Inszenierung: Wir ließen
keine Gelegenheit einen Lacher zu setzen aus, wir zogen sie aber auch nicht
an den Haaren herbei. Das war eine schöne Zeit!
